Meral Kureyshi
Meral Kureyshi, geboren 1983 in Prizren, kam 1992 mit ihrer Familie in die Schweiz und lebt in Bern. Sie studierte Literatur und Germanistik und arbeitet als freie Autorin. Ihr erster Roman Elefanten im Garten (Limmat Verlag 2015) war nominiert für den Schweizer Buchpreis, wurde mehrfach ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt. Ihr zweiter Roman Fünf Jahreszeiten (2020) wurde im Manuskript ausgezeichnet mit dem Literaturpreis «Das zweite Buch» der Marianne und Curt Dienemann Stiftung. 2020 wurde sie zu den Tagen der Deutschsprachigen Literatur nach Klagenfurt zum Bachmannpreis eingeladen.
In einer Sprache, die präzise und zugleich poetisch ist, erzählt Kureyshi von Frauen in Übergangszuständen, von Verlust, Herkunft und Neubeginn. Ihr Debüt Elefanten im Garten (Limmat Verlag, 2015) folgt einer jungen Frau nach dem Tod des Vaters, die zwischen der Schweiz und ihrer Kindheit im Kosovo hin- und hergerissen ist. Fünf Jahreszeiten (2020) porträtiert eine Frau im Schwebezustand, unentschlossen zwischen zwei Männern, zwei Leben. Ihr jüngster Roman Im Meer waren wir nie (2025) erzählt von Fürsorge, Abschied und den vielen Formen, in denen Familie gelebt werden kann. Kureyshi verzichtet auf lautes Pathos und dramatische Plots. Sie lässt ihre Geschichten im Fluss des Alltäglichen gleiten, bis sie einen mitten ins Herz treffen.
Seminar Autobiografie/Fiktion und die größte Lüge dazwischen
Im Rahmen der Samuel Fischer-Gastprofessur wird Meral Kureyshi im Wintersemester 2026-27 ein Seminar mit dem Titel Autobiografie/Fiktion und die größte Lüge dazwischen unterrichten. Das Seminar findet ab 13. Oktober 2026 vierzehntägig dienstags als Blockseminar von 8-12 Uhr in deutscher Sprache statt und ist auch für Studierende anderer Institute geöffnet.
Kureyshi über das Seminar:
zwischen lüge und wahrheit
ist sich erinnern
wir übersetzen unsere träume und die gestern
und jede person hat seine eigenen jetzts
schreiben ist lügen
zumindest bis wir es noch glauben können
ein unaufhörliches märchen
wie aus tausend und einer nacht
erzählen wir um am leben zu bleiben
es war einmal
es war keinmal







